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Regisseur: Fernando Meirelles; Drehbuch: Don McKellar; Erscheinungsjahr: 2008; Genre: (Endzeit-) Drama; FSK: 12; Länge: 121 Minuten; Produktionsland: Brasilien, Kanada, Japan; basierend auf dem gleichnamigen Roman von: José Saramago (1996); Hauptdarsteller: Julianne Moore, Mark Ruffalo

Meine Bewertung: 8/10

Inhalt:

Von einer Sekunde zur anderen verliert ein Mann am Steuer seines Wagens das Augenlicht. Zunächst wird ein medizinischer Sonderfall vermutet, doch als kurz darauf auch seine Frau, sein Arzt und alle Menschen, die mit ihm in Kontakt standen, erblinden, ist die Epidemie schon nicht mehr aufzuhalten. Aus Angst vor Ansteckung werden alle Betroffenen ohne weitere Behandlung in einer ehemaligen Nervenheilanstalt interniert und sich selbst überlassen. Immer mehr Opfer werden in die überfüllten Räume gepfercht, wo bald Chaos, Gewalt und Anarchie um sich greifen. Doch unter ihnen gibt es einen Menschen, der von der Epidemie verschont geblieben ist …

Meine Meinung:

Ich hatte einen anderen Film erwartet, war aber hinterher froh darüber, dass es eine andere Art von Film war. Es geht hier nicht darum, wie so eine Krankheit entstehen kann, wie das medizinisch erklärbar ist oder was man dagegen tun kann – die Erblindung der Menschen ist eigentlich mehr eine Metapher bzw. die Grundlage für die eigentlichen Missstände, die der Film den Zuschauern zeigen will. Dass wir eigentlich selbst alle in einer Welt voller Blindheit leben, dass diese Probleme und negativen Emotionen und Handlungen auch so vorhanden sind.

Der Film ist größtenteils aus der Sicht von der einen Frau, die nicht blind wird (Julianne Moore), aber immer aus der Sicht der Blinden auf dieser Station des Quarantänelagers. Man erfährt auch nichts über die Situation in der Stadt, was die komplett abgeschotteten Kranken nicht auch mitbekommen.

Nach und nach eskaliert die Situation im Lager immer mehr – die Menschen sind hilflos, haben zu wenig Essen, die Hygiene wird auch immer schlechter. Es bilden sich Gruppen, Banden, die sich anfangen, zu bekriegen. Niemand hilft ihnen.

Es geht in dem Film darum, was Menschen unter solchen Umständen bereit sind zu tun, Gewalt, Egoismus und fehlende Moral kommen stark zum Vorschein. Die sehende Frau übernimmt so viel Verantwortung und man sieht, wie sehr sie darunter leidet. Andererseits sieht man auch den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe, die sich gegenseitig unterstützen und helfen.

Ziemlich am Ende erfährt man dann, was aus der Stadt geworden ist. Eine kleine Gruppe begleitet man weiterhin. Was ich persönlich hier noch sehr schön fand – die Menschen dieser Gruppe haben angefangen, einander anhand ihres Charakters zu sehen und zu lieben, nicht anhand ihres Äußeren.

Ich finde auch, dass der Film sehr gut gemacht ist – man wechselt immer mal wieder in die weiße Welt der Blinden hinein, hört Geräusche in diesem Momenten intensiver.

Allerdings habe ich einen großen Kritikpunkt an die Schauspieler: Es wirkte nicht so, als wären sie blind. Bei manchen zwischendurch, ja. Aber ansonsten haben viele, auch der Arzt (Mark Ruffalo) den größten Teil der Zeit zu direkt irgendwo hingeschaut. Ich war oft genug in komplett dunkeln Räumen oder extra Einrichtungen, in denen man erfahren soll, wie es ist, blind zu sein, um zu wissen, dass man nicht mit den Augen in die Richtung guckt, in der man jemanden/etwas hört oder wo man gerade etwas tut. Man dreht das Ohr dorthin, wenn man etwas hören will, oder schaut irgendwo anders hin, bei mir meistens geradeaus, wenn man etwas tut. Die Schauspieler sind zwar brav überall gegengelaufen und haben sich überall langgetastet, aber es wirkte nicht so, als wären sie wirklich blind.

Fazit: Ein sehr interessanter Film, der die Zuschauer auf die Blindheit der Menschen und Unmoral ihrer Handlungen hinweisen will. Sehr gut gemacht, leider wirkt die Blindheit der Menschen nicht sehr echt.

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