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Nach Ewigkeiten habe ich endlich mal wieder genug Zeit und genug Motivation, eine Rezension zu schreiben. Trotz der Hitze, wegen der ich hier gerade fast eingehe.

Bei diesem Buch ist es sehr schwierig, ohne Spoiler etwas darüber zu schreiben. Trotzdem wird mein „normaler“ Teil (Meine Meinung) ohne Spoiler sein. Für die, die das Buch schon gelesen haben – unter meinem Fazit ist dann noch mehr, was ich zu dem Buch sagen will, aber eben mit Spoilern.

Autorin: Gillian Flynn; Erscheinungsjahr: 2012; Verlag: Fischer; Seitenzahl: 571 (+2 Leseproben); Genre: Roman; Preis: AmazonKindle – 9,99€, Taschenbuch – 9,99€, Audio-CD/Audiobook – 6,99€

Meine Bewertung: 10/10 Punkten

Klappentext:

„‚Was denkst du gerade Amy?‘ Das habe ich sie oft gefragt. Was denkst du? Wer bist du? Wie gut kennt man eigentlich den Menschen, den man liebt?“

Genau das fragt sich Nick Dunne an diesem sonnigen Morgen seines fünften Hochzeitstages. An diesem Morgen verschwindet seine Frau Amy spurlos. Die Polizei verdächtigt sofort Nick. Amys Freunde berichten, dass sie Angst vor ihm hatte. Was geschah mit Nicks wunderbarer Frau Amy?

Meine Meinung:

Ein großartiges Buch. Auf den ersten Seiten hatte ich noch ein bisschen das Problem, wirklich in die Geschichte zu tauchen und es nicht nur als unbeteiligter Zuschauer zu sehen. Aber das ging sehr schnell wieder weg und es wurde immer spannender.

Ich kann meine Begeisterung für dieses Buch kaum ausdrücken. Es ist immer abwechselnd aus der Sicht von Nick (seit dem Tag von Amys Verschwinden) und Amy (ihre Tagebucheinträge aus den Jahren vorher bis zu ihrem Verschwinden), wobei die Tagebucheinträge meist kürzer sind. Man merkt von Anfang an, dass etwas ganz und gar nicht gestimmt hat bei dem Paar. Die Gefühle und Eindrücke der beiden Eheleute stimmen nicht so ganz überein, passen nicht zusammen. Es wird immer deutlicher, dass dort etwas nicht so war, wie es sein sollte.

Man lernt Amy und Nick mit der Zeit ziemlich gut kennen. Und irgendwann ist mir bewusst geworden, dass ich beide nicht besonders sympathisch finde. Die Charaktere sind toll ausgearbeitet – aber ich mochte sie nicht. Noch vor Kurzem habe ich behauptet und geglaubt, dass es mir wichtig wäre, dass die Hauptperson sympathisch ist. Aber hier war das nicht so, es funktionierte prima auch ohne. Und – ungefähr nach der Hälfte des Buches hat sich das geändert. Ich kann leider ohne Spoiler nicht sagen, warum oder wen ich dann mochte, aber es hat sich geändert und es war toll.

Aber auch die anderen Charaktere, die man mit der Zeit kennen lernt, fand ich sehr interessant. Vor allem, weil man sie alle aus verschiedenen Perspektiven sieht – auch wenn mir auch von denen niemand wirklich sympathisch werden wollte. Oh, doch! Nicks Mutter fand ich sehr sympathisch. Und Go ist auch eine tolle Figur.

Ich kann den Schreibstil von Gillian Flynn eigentlich gar nicht genug loben. Sie erzählt einfach nicht nur die Geschichte. Zur Geschichte gehören für mich auch die Gefühle und Gedanken – aber Gillian Flynn macht so viel mehr daraus. Es wirkt echt. Die Charaktere wirken echt. Die Handlung wirkt echt. Aber das meine ich gar nicht… es ist schwierig, das auszudrücken, aber es ist einfach mehr als das. Die Gedanken, die Sachen die mehr da sind… einfach toll geschrieben.

Ich habe vorher oft gelesen, dass es einige überraschende Wendungen geben soll. Als ich das Buch las, dachte ich mir – naja, also die ungefähre Richtung kann man ja schon erahnen, auch wenn man vieles nicht weiß, und egal in welche Richtung es dann wirklich geht, so sehr überraschen wird es mich nicht.

Tja. Falsch gedacht. Denn dann kam der große turning point und ich dachte mir nur WAAAAAS und WOOOOOW und war begeistert. :D

Und überhaupt, die Handlung. Toll. Hach, ich liebe dieses Buch. :D

Im Anhang sind übrigens auch zwei Leseproben für die anderen beiden Bücher von Gillian Flynn: „Dark Places“ und „Cry Baby“. Klang gut, werde ich wohl beide noch lesen.

Fazit: Ein geniales, super toll geschriebenes, spannendes Buch mit absolut unvorhersehbaren Wendungen, tolle Handlung, tolle Charaktere – muss man lesen.


Soooo… und jetzt noch der Teil mit den Spoilern.

Für alle die, die das Buch auch gelesen haben.

Bitte nicht weiterlesen, wenn man das Buch nicht kennt, das verdirbt sonst den ganzen Lesespaß.


Wooow. Ich meine – Amy. An einer Stelle schreibt sie „Ich hoffe, ihr mochtet Tagebuch-Amy. Sie sollte liebenswert erscheinen, so, dass Leute wie ihr sie mögen würdet. Es ist leicht, sie zu mögen.“ (S. 331)

Und dann dachte ich mir – nein. Nein, ich mochte sie nicht! Anfangs vielleicht, aber als ich Tagebuch-Amy besser kennengelernt habe, mochte ich sie immer weniger. Dieses unterwürfige Verhalten – ich finde die Stelle jetzt nicht mehr, aber irgendwo schreibt sie, se wüsste jetzt, was sie tun müsste – ihren Man glücklich machen, alles für ihn tun – verdammt, nein! Du bist als Frau nicht nur dafür da, deinen Mann zu versorgen und anzubeten.

Aber dann hat sich ja alles geändert mit dem zweiten Teil und ich muss sagen, ich komme nicht drumherum, Amy irgendwie zu bewundern. Natürlich hat sie ernsthafte psychische Probleme und ist ein bisschen irre – aber auch verdammt intelligent. Nick wurde natürlich auch sympathischer. Ich fand auch, dass sie und Nick sich so gut kennen, diese merkwürdige Anziehung zwischen den beiden, als sie sich nach Amys Rückkehr endlich die Wahrheit sagen – das war gut. Natürlich ist das nicht gesund, aber es ist irgendwie… echt oder anders, jedenfalls hat es zu den Personen und zum Buch gepasst und das fand ich gut.

Und diese ganze Schatzsuche und Intrigen Amys und subtilen Hinweise und Manipulationen und dann die Wandlung Nicks, als er ein konkretes Ziel vor Augen hat, und dass man als Leser dann nach und nach immer mehr erfährt – und auch, wie sich die Sicht auf all die Dinge im ersten Teil verändert, egal ob Personen oder Geschehnisse – einfach toll.

Hach, es ist ein tolles Buch. :D

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