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Das ist mal wieder ein Buch, dass ich freundlicherweise als Rezensionsexemplar von Blogg dein Buch und dem Mira Taschenbuch-Verlag (mtb) bekommen habe. (Was ist Blogg dein Buch?)

 Zornröschen (Front-Cover)

(Quelle: http://www.bloggdeinbuch.de/buch/1019/?ref=start-curr-cover)

Autorin: Liv Jansen; Erscheinungsjahr: 2015; Verlag: Mira Taschenbuch VerlagSeitenzahl: 300; Genre: Roman; Preis: Amazon: Taschenbuch – 9,99€, Kindle – 9,99€

Meine Bewertung: 2/5 Sternen  (4/10 Punkten)

Klappentext: 

„Eines Tages werden wir uns an allen rächen!“, sagte Charlotte wütend.
„Nein!“, sagten Gerti und Anne. „Nicht eines Tages! Jetzt!“

Gerti, Charlotte und Anne – drei Frauen, die nicht nur unterschiedlich alt – 31, 52 und 72 – sondern auch sonst sehr eigen sind: Die Putzfrau Gerti kommt aus ärmlichen Verhältnissen und saß wegen angeblichen Mordes an ihrem Mann unschuldig im Gefängnis. Die Werbetexterin Anne hatte angeblich Firmeninterna weitergegeben und wurde aus dem Job gemobbt, und die mondäne Unternehmensberaterin Charlotte soll Steuern hinterzogen haben. Dadurch sind all drei Frauen auf der Straße gelandet. Und weil sie sich bestens verstehen, tun sich zusammen und schwören Rache.

Meine Meinung:

Ich fürchte, das ist das erste Buch, das ich über Blogg dein Buch bekommen habe, dass ich schlecht bewerten muss. Aber leider kann ich einfach kaum etwas Positives daran finden.

Offensichtlich fand ich den Klappentext ja grundsätzlich interessant, sonst hätte ich mich nicht für das Buch beworben. Doch schon auf den ersten Seiten wurde mir klar, dass es im weiteren Verlauf noch deutlich besser werden müsste… Noch hatte ich Hoffnung. :D Der Anfang zog sich ziemlich erst einmal werden verschiedene Personen vorgestellt, warum die drei auf der Straße gelandet sind, wie sie sich kennen lernen. Zwar erfährt man einiges über die Personen, aber wirklich Zugang zu ihnen konnte ich nicht finden.

Nun. Dann dachte ich, okay, jetzt wird es besser. Es wurde etwas spannender, aber wirklich das Bedürfnis, weiterlesen zu müssen, hatte ich nicht. Leider wurde mir auch keine der Personen wirklich sympathisch. Es kommen auch noch mehr dazu, es bleibt nicht bei den drei Damen (Anne, Charlotte und Gerti). Aber ich fand, die einzige Person, die man tatsächlich wirklich kennen lernt, ist Charlotte. Aber auch da ist es immer bei mir so ein hin und her gewesen – mag ich sie jetzt? Mag ich sie nicht?

Die anderen Personen, die mir vielleicht sympathischer gewesen wären, werden zwar durchaus auch beschrieben, ihre Vergangenheit wird klar, Anne zumindest hat auch immer mal ein Kapitel, das aus ihrer Sicht (weiterhin 3. Person) geschrieben ist. Aber abgesehen davon, bekommt auch sehr wenig von den Gefühlen der drei mit.

Mein größtes Problem war wohl, dass es alles so unrealistisch ist. Nicht der ganze Betrug, dass die drei auf der Straße landen und sich kennen lernen sondern der ganze Rest. Dass sie so viele Leute finden, die helfen wollen und hier Verbindungen haben und da Geld haben und dort Wissen haben. Das Charlotte ihren Chagall verkauft bekommt.  Dass ihre Pläne sich fast schon von alleine verwirklichen.

Aber auch unrealistisch und viel zu überzogen sind vor allem die Charaktere. Dass gleich beide Männer in dem Alter sich in Charlotte verlieben. Besonders Adalbert ist unerträglich und einfach viel zu extrem geschrieben. Die Figuren sind allesamt Extreme. Klar, sie sind nicht nur Schatten von Charakteren – aber so ist es eben auch nicht realistisch, eher nervig. Und vor allem: Ihre Handlungen und Aussagen in Verlauf des Romans passen nicht zusammen. Es ist, als würde sich die Autorin zwischendurch immer mal wieder umentscheiden, wer genau ihre Charaktere eigentlich sein sollen.

Z.B. ist Anne mal die Weinerliche, die dauernd jammert und will, dass man ihr und ihren Problemen Beachtung schenkt, die Charlotte hinterherdackelt. Und dann ist sie plötzlich die starke Geschäftsfrau, die den bösen Ex-Mann von Charlotte verführt und in die Firma angestellt wird, indem sie dort provokativ und selbstbewusst auftritt. Wenn das eine Entwicklung darstellen würde – in Ordnung. Aber hier wechselt es leider ständig hin und her….

Oder Cäsar. Der am Anfang unglaublich dumm rüberkommt und total gewaltbereit und darauf fokussiert ist – und dann hat er plötzlich BWL und Germanistik studiert und wirkt auch einfach intelligenter. Dann aber wieder gröber… naja.

So musste ich mich leider immer eher dazu zwingen, das Buch zu lesen. Der Schreibstil der Autorin hat mir leider gar nicht zugesagt. Dafür habe ich hier mal ein paar Beispiele…

  • Die ständigen Wiederholungen. „Ich will es zurückhaben, zurückhaben!“ (S. 183) (Trotzanfall einer erwachsenen Frau, die einmal ein sehr erfolgreiches Geschäft geführt hat.) 3 Zeilen weiter: „>Sch, sch, sch<, machte Anne. >Alles wird gut. Alles, alles wird gut!<„ (S. 183)
  • Das ist zwar wohl persönlicher Geschmack, aber ich hasse es, wenn Lachen oder Weinen durch wörtliche Rede mit Hahahah oder Buuuhuu beschrieben wird. „Alle drei machten: >Hahaha!<„ (S. 185) & „>Buuhuu<, machte Lumpi.“ (S. 192)
  • Dass Gerti immer wieder ihren einen Satz wiederholen muss. Es ist wohl extra so, nervt auch die anderen Charaktere, aber es ist einfach zu viel des Guten. „>Ich kapiere nichts<, sagte Gerti. >Aber ich bin ja auch nur die verurteilte Mörderin.< Sie suhlte sich jedes Mal in diesen Worten.“ (S. 189)
  • Auch Charlotte hat so etwas, was es nicht gerade besser macht. Bei ihr ist es das „>Wir müssen uns unbedingt später noch mal zusammens…<   >Lass uns bitte in Ruhe mit deinem zusammensetzen<, sagte Cäsar genervt.“ (S. 189).

Aber um fair zu sein: Es gab auch gute Sachen. Die Story an sich war ganz nett, das Ende war schön (wenn auch super unrealistisch, weil das ganze Buch nur aus Zufällen und Glück und Unwahrscheinlichkeiten besteht), die Listen von Charlotte, die nochmal einen Überblick über die Handlung gegeben haben, die Kapitel aus den verschiedenen Sichten, es gab immer mal wieder auch witzige Stellen.

Was ich auch gut fand und was das Ganze noch ein bisschen gerettet hat: Die Message dahinter. Gegen Egoismus und Betrug, für Freundschaft, Zusammenhalt, Gleichberechtigung, Gerechtigkeit, Hilfe für Bedürftige.

Fazit:

Langwierig, sehr unrealistisch, zu überzogene Charaktere, von denen ich zu keinem eine Bindung aufbauen konnte – aber eine schöne Botschaft dahinter.

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