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Pretty Baby

Dieses Buch habe ich freundlicherweise als Rezensionsexemplar von Blogg dein Buch und dem HarperCollins Verlag bekommen. (Was ist Blogg dein Buch?

Autoren: Mary Kubica; Erscheinungsjahr: 2016; Verlag: HarperCollins VerlagSeitenzahl: 304; Genre: Psychothriller; Preis: AmazonGebundene Ausgabe: 14,99€, Broschiert: 16,99€; Verlag: 16,99€

Meine Bewertung: 9/10 Punkten (5 Sterne)

Klappentext: 

Schon immer hat Heidi Wood sich gern um andere gekümmert. Doch als sie eines Tages ein mysteriöses obdachloses Mädchen und dessen Baby mit nach Hause bringt, geht sie zu weit! Heidis Mann Chris hat Angst um seine Tochter – und um seine Frau. Denn sie beginnt sich zu verändern, scheint immer mehr in den Bann des unbekannten Mädchens zu geraten.
Chris beginnt zu recherchieren und stößt auf ein schreckliches Geheimnis. Aber um seine Frau und seine Tochter zu retten, scheint es schon zu spät zu sein …

Meine Meinung: 

Nach einiger Zeit habe ich mal wieder ein Buch bei Blogg dein Buch gefunden, das mich sofort angesprochen hat. Der Klappentext klang spannend – und das war das Buch dann auch.

Am Anfang war ich mir nicht so sicher, ob ich mit der Art, wie Mary Kubica schreibt, klar kam, aber ich hatte mich dann doch recht schnell daran gewöhnt. Die Kapitel sind aus der Sicht von drei verschiedenen Personen geschrieben: Heidi und Chris ab dem Zeitpunkt, an dem sie das Mädchen das erste Mal sieht, und aus der Sicht von Willow, dem Mädchen selbst, allerdings aus ihrer Vergangenheit. Das fand ich sehr gelungen, weil man so erst nach und nach erfährt, wer sie eigentlich ist.

Die Charaktere fand ich alle sehr interessant. Einmal Chris, den Ehemann mit seiner Arbeit und der Willow misstraut, Heidi, die ein obdachloses Mädchen aufnimmt, Willow, die selbst eine sehr interessante Vergangenheit hat, und dann gibt es auch noch Zoe, die zwölfjährige Tochter  von Chris und Heidi, und Graham, der hilfsbereite Nachbar. Und noch ein paar mehr Charaktere, die man nach und nach kennenlernt, auch alle sehr interessant und realistisch, die Gedanken, so verworren sie auch sein mochten, immer nachvollziehbar.

Was ich sehr gelungen fand, war auch, dass einige dieser Charaktere am Anfang ganz anders erscheinen als am Ende, wenn man sie besser kennen gelernt hat, sie sich durch bestimmte Dinge verändert haben oder andere Charakterzüge zum Vorschein kommen. So hatte ich zu allen der oben genannten Charaktere am Anfang eine andere Meinung als am Ende des Buches.

Das Buch war von Anfang an interessant, aber so richtig spannend wurde es eigentlich erst auf den letzten 80 (?) Seiten, in denen ich das Buch eigentlich gar nicht mehr weglegen konnte, weil es mich einfach emotional auch festgehalten hat. Das Ende ist bei einem Buch ja auch immer heikel, aber ich finde, die Autorin hat das sehr gut hinbekommen. Wenn ich so darüber nachdenke, hätte ich mir eigentlich kein besseres Ende vorstellen können.

Besonders zwei Themen haben mir auch gut gefallen, aber die kann ich leider nicht nennen, ohne zu spoilern… für die, die das Buch gelesen haben oder sich nicht um Spoiler scheren, hier in weiß (einfach markieren, um es lesen zu können):

Ich fand es sehr interessant, wie die Autorin Willows (bzw. eher Claires) Zeit bei Joseph und Miriam beschrieben hat. Die Vergewaltigungen und sonstige Misshandlungen und wie sie damit umgegangen ist, warum sie nie etwas gesagt hat, wie sehr ihre Prioritäten bei ihrer Lily lagen. Und überhaupt fand ich Willows Gedanken sehr nachvollziehbar. Und das zweite war die Psychose/Wahnvorstellungen von Heidi, die langsam hervorbrechen, bzw. damit verbunden auch ihre Trauer- und Verlustbewältigung – oder, dass diese Bewältigung eben nie stattgefunden hat. Auch wie diese beschrieben wurde, in den Kapiteln aus Heidis Sicht, fand ich sehr gelungen.  

Fazit: 

Ein sehr gutes, spannendes, interessantes Buch mit ein paar düsteren Themen – man darf nicht allzu schwache Nerven dafür haben.

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